Jubilate 2019

Liebe Jubelkonfirmanden, liebe Gemeinde!

Da fragt eine Frau aufgeregt ihren Arzt: „Herr Doktor, ich habe andauernd Kopfschmerzen, Ohrensausen, Rückenschmerzen,
Wadenkrämpfe, Seitenstechen, Augenflimmern, Husten, Hexenschuss, Schwindelanfälle und Schüttelfrost … was fehlt
mir denn bloß?“


Da schaut sie der Arzt über den Brillenrand an: „Was soll Ihnen fehlen? Sie haben doch schon alles!“ 1
Noch einen zur Sache.
„Herr Doktor, die Tabletten die sie mir verschrieben haben – die sind gut. Haben die auch Nebenwirkungen?“
„Ja!“ – „Ja?“ – „Ja!“
„Welche denn?“
„Am Montag müssen sie wieder zur Arbeit.“ 2
Ach ja, wir alle sind wohl mehr oder weniger in das Alter vorgerückt, in dem die täglichen Tabletten zum treuen Begleiter
geworden sind. Man hängt sozusagen am Tropf der Pharmaindustrie.
Öffnet man eine Tablettenverpackung, kommt einem erst einmal ein kleiner Zettel entgegen, der einem aber beim Entfalten als
richtig fulminant entgegentritt. Und dann erklingt plötzlich aus dem Unterbewusstsein der bekannte Satz aus dem Fernsehen
entgegen: „Zu Risiken und Nebenwirkungen – „
Wie geht’s weiter?
„lesen Sie die Packungsbeilage und fragen sie ihren Arzt oder Apotheker.“
Manche nahmen den Spruch wörtlich. So rannte Karl-Heinz Tobentaud eines schönen Tages zum Arzt seines Vertrauens, um
nachzuprüfen, ob sein Asthmaspray auch wirklich frei von Risiken und Nebenwirkungen sei. Allerdings vergaß er die 10

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Euro Praxisgebühr, nachdem er zu Hause angelangt war, diese geholt hatte, durfte er es sich erst mal 20 Minuten im
Wartezimmer gemütlich machen. Gerade, als er aufgerufen wurde, um seine Frage dem Doktor zu stellen, verstarb er. 3
Wie tragisch. Ich weiß nicht wie ernst sie die Packungsbeilage nehmen, oder sie jeweils durchstudieren. Heute wollen wir sie
einmal ernst nehmen.
„Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen sie Ihren Arzt oder Apotheker.“
Hören wir dazu eine Geschichte aus der Bibel, die zwar diese Aufforderung in einen anderen Zusammenhang stellt – aber die
Sache genau trifft. Apg Kapitel 8 – Verse 27 bis 38 Und nun lese ich:

27 Es war ein Mann aus Äthiopien mit seinem Wagen unterwegs. Er war Finanzminister der äthiopischen Königin
Kandake und ein hoher Würdenträger seines Landes.
28 Auf dem Rückweg von Jerusalem, wo er als Pilger im Tempel gebetet hatte, las er im Buch des Propheten Jesaja.
29 Da sprach der Heilige Geist zu Philippus: „Geh zu diesem Wagen, und bleib in seiner Nähe.“
30 Philippus lief hin und hörte, dass der Mann laut aus dem Buch Jesaja las. Er fragte den Äthiopier: „Verstehst du
eigentlich, was du da liest?“
31 „Nein“, erwiderte der Mann, „wie soll ich das denn verstehen, wo es mir noch niemand erklärt hat!“ Er bat
Philippus, einzusteigen und sich neben ihn zu setzen.
32 Er hatte gerade die Sätze gelesen: „Wie ein Schaf, das geschlachtet werden soll, hat man ihn abgeführt. Und wie ein
Lamm, das sich nicht wehrt, wenn es geschoren wird, hat er alles erduldet.
33 Nicht einmal ein gerechtes Urteil war er ihnen wert. Wer wird von seinen Nachkommen reden? Keiner. Denn man hat
sein Leben auf dieser Erde vernichtet.“
34 Der äthiopische Minister fragte Philippus: „Von wem spricht hier der Prophet? Von sich selbst oder von einem anderen?“
35 Da begann Philippus, ihm das Evangelium von Jesus anhand dieses Prophetenwortes zu erklären.

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36 Als sie bald darauf an einer Wasserstelle vorüberfuhren, sagte der Äthiopier: „Dort ist Wasser! Kannst du mich jetzt
gleich taufen?“
37 „Wenn du von ganzem Herzen an Christus glaubst, kann ich es tun“, erwiderte Philippus. „Ich glaube, dass Jesus Christus
der Sohn Gottes ist“, bekannte der Minister.
38 Dann ließ er den Wagen halten. Gemeinsam stiegen sie ins Wasser, und Philippus taufte ihn.

In welcher Situation befindet man sich denn, wenn man auf diesen Satz: „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die
Packungsbeilage und fragen sie Ihren Arzt oder Apotheker.“ hören muss?
Man bekommt diesen Satz zu hören oder zu lesen – wenn man krank ist, also Probleme mit irgendeinem Organ seines Körpers
hat und ein bestimmtes Medikament braucht.
Vielleicht sind unsere Sorgen und Nöte nicht nur körperlicher Art? Und vielleicht sind die Ängste, die wir haben, noch viel
schwerwiegender als unsere körperlichen Wehwehchen?
Oder vielleicht sind sogar die Probleme, die wir sonst so mit uns herumschleppen und von denen keiner etwas weiß – die Ursache für körperliche Beschwerden?
Der Finanzminister hatte arge Probleme. Die werden hier nicht so in aller Öffentlichkeit genannt (das geht nun wirklich nicht
alle Welt etwas an, wenn ein Finanzminister in der Klemme sitzt). Jedenfalls merkt man es an seinen Reaktionen, dass ihn
etwas schwer im Magen lag – sodass er Hilfe suchte.
Vielleicht hatte er persönliche Probleme?
Vielleicht gab es in Äthiopien politischen Stunk?
Vielleicht ging es dem Äthiopier von damals, wie seinem heutigen deutschen Kollegen – die Finanzlöcher wuchsen?
Jedenfalls war dieser Mann inkognito (also heimlich und unerkannt) von Äthiopien nach Jerusalem gereist. Er hatte die
Staatsklamotten aus und die Büßerkleidung angezogen. Keiner hatte ihn erkannt. Endlich war er einmal allein.
Wissen Sie wie das ist, wenn man die Menschen nicht mehr ertragen kann? Wissen Sie wie das ist, wenn einem all dieser

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Rummel und diese Schauspielerei und das Getue und Gehabe zum Hals heraus hängt? Wenn man die Stille sucht? Wenn man
Antworten sucht? Wenn man Hilfe sucht?
In Äthiopien war bekannt, dass es in Jerusalem einen einzigartigen Tempel gibt, indem man den Gott, der Himmel
und Erde geschaffen hat, anbetet und verehrt. Und dieser Gott, so wusste man es seit Moses Zeiten, wurde als Arzt erlebt und
verehrt. „Ich bin der HERR, dein Arzt.“ Hatte er zu Mose gesagt.
Also war unser Finanzminister dorthin gedüst – und wollte mit seinen Fragen und Nöten und Problemen eine persönliche
Erfahrung mit Gott machen. Konnte er diese persönliche Erfahrung mit Gott machen? Hatten sich seine Wunden
geschlossen? Hatte er Frieden gefunden? Konnte er Heilung erleben?
Er hatte in Jerusalem gesucht – er war der Sache auf den Grund gegangen und dem auch ziemlich nahe gekommen – und doch
hatte er nicht gefunden. Er war nun auf dem Heimweg. Er hatte den Berg seiner Probleme noch im Magen liegen und den
wahren, lebendigen Gott hatte er nicht gefunden – es hatte sich also nichts verändert.
Nur eins war anders – eins hatte er gewissermaßen dazugewonnen: nämlich einen Teil der Bibel. Er hatte sich dort
eine Schriftrolle (Jesaja) gekauft. Und nun las er auf der Heimfahrt die Bibel. Er tat das, was uns heute im TV
entgegentönt: „Bei Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage.“
In unsere Situation umgesprochen könnte das so klingen: „Bei Sorgen, Schulden, Problemen, Nöten, Ängsten – lesen Sie
dieBibel!“ Goethe hat einmal gesagt: „Wenn ich in ein Gefängnis geworfen würde und nur ein Buch mitnehmen dürfte,
wählte ich die Bibel.“
Warum hat Goethe das gesagt – warum hat er nicht seinen Faust empfohlen oder andere großartige Bücher aus der Weltliteratur?
Goethe hat etwas davon gespürt, dass uns hier in diesem Buch mehr gesagt wird, als ein Mensch uns sagen kann. Die Bibel ist
das Buch der Bücher.

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Man hält es nicht für möglich – aber es ist so – da, wo es drauf ankommt – hat die Bibel das entscheidende Wort für mich und
für dich! Lesen Sie darum die Bibel – nicht erst im Konflikt – sondern schon jetzt, damit sie sich an die Sprachweise dieses
Buches gewöhnen, damit sie dieses Buch auch dann verstehen, wenn es drauf ankommt.
Nun geht es uns aber oft so, wie dem Finanzminister – Er las und las. Und es war schon ein kleines Wunder, das er nicht aufhörte zu lesen – aber er verstand das alles nicht. Es gehört manchmal schon eine gewisse Hartnäckigkeit dazu die Bibel zu lesen.
Als Philippus zu ihm auf den Wagen stieg, fragte er ihn: „verstehst du auch, was du liest?“ Und der Äthiopier antwortete:
„Nicht wirklich, mein Herr“
Vieles versteht man beim Lesen der Bibel nicht sofort. Und ich gestehe: Obwohl ich schon fast 50 Jahre jeden Tag die Bibel
lese und Theologie studiert habe – trotzdem verstehe ich in diesem Buch vieles noch nicht.
Ja, sagen da manche – die Bibel passt nicht mehr in unsere moderne Zeit. In diesem antiken Buch ist für den modernen
Menschen zu vieles unverständlich. Das klingt einleuchtend aber was Mark Twain dazu geäußert hat ist m.E. ehrlicher. Er hat
einmal gesagt: „Mir bereiten nicht die unverständlichen Bibelstellen Bauchschmerzen, sondern diejenigen, die ich
verstehe.“
Was können wir darum tun, wenn wir die Bibel nicht verstehen?
Was machen Sie denn, wenn Sie die Packungsbeilage nicht verstehen?
Es sind da immer eine Reihe von Nebenwirkungen aufgezählt, dass es einem schon beim Lesen schlecht wird. Und man fragt
sich unwillkürlich, welche Warnung trifft denn für mich zu?
Wie soll ich wissen, was für mich gilt und was nicht?
Was tun wir? Wir fragen unseren Hausarzt. Der kennt sich besser aus. Wissen Sie wer unser Arzt im eigentlichen und
letzten Sinn ist?
In der Bibel stellt sich uns Gott und dann Jesus – als der Herr unser Arzt vor. Ihn könnte ich doch fragen, wenn ich die Bibel

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nicht verstehe! Ihn kann ich doch anrufen – Zu IHM kann ich doch beten. Um Seinen HG kann ich doch bitten!.
Bei Risiken und Nebenwirken lesen sie die Packungsbeilage und fragen sie ihren Arzt! Bei Sorgen, Schulden, Problemen, Nöten, – lesen sie die Bibel und beten Sie zu Gott!
Ja – sagen wir – der Finanzminister hat es doch getan und er hat bei Gott gesucht und er hat auch keine Antwort bekommen.
Doch er hat! Weil er noch nicht wusste, wie das ist, wenn Gott persönlich redet – darum hat Gott den Philippus in die Spur
gesetzt.
Der Phillipus war ein Christ – d.h. er kannte Jesus Christus persönlich. Und er konnte das, was er aus der Bibel verstanden
hat, dem Minister erklären und er konnte von dem, was er mit Jesus Christus persönlich erlebt hat, reden. Hier steht: Anhand
des Prophetenwortes erklärte er ihm das Evangelium.
Evangelium heißt: die frohe Botschaft, die Gute Nachricht. Gott, der Herr unser Arzt hat für uns eine gute Nachricht!
Und die gute Nachricht lautet kurz gesagt: Jesus – Gottes Sohn ist einer von uns geworden. In allem ist er geworden wie wir: bis
hin zum Sterben ist er uns Menschen gleich geworden. Nur an einer Stelle hat er geschafft, was vor und nach ihm kein Mensch
geschafft hat: Jesus hat nie gesündigt – nie kam etwas Trennendes zwischen ihm und Gott seinem Vater.
Und genau darum konnte er auch die Schuld der anderen – ja die Sünde der ganze Welt (meine und Deine eingeschlossen) auf
sich aufladen lassen. Und daran ist er (mit unserer Schuld) am Kreuz von Golgatha gestorben.
Aber das war nicht das Ende. Weil Jesus so etwas unglaubliches so etwas einmaliges getan hat – hat Gott ihn aus den Toten
auferweckt. Er hat den Tod überwunden. In Jesus wird uns unsere Schuld genommen. Wenn die Sünde – das Trennende
weg ist, beginnen wir plötzlich Gott zu lieben und Gott zu verstehen.
Und das sagt uns das Evangelium: wer an Jesus glaubt, wer sich IHM mit seinem Leben anvertraut, der lernt das Heil kennen.
Aus einem Gott (so im Allgemeinen) wird mein Gott und Vater.

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Ist das nicht wunderbar, dass es Christen, wie den Philippus gibt, die Jesus persönlich kennen und anderen etwas von der
Liebe Gottes weitersagen können?
„Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen sie Ihren Arzt oder Apotheker.“
Bei Sorgen, Schulden Problemen, Nöten, Ängsten lesen sie die Bibel und beten sie zu dem lebendigen Gott und fragen bei
Christen nach.
Amen

1 http://witze.net/krankheit-witze?p=3
2 https://www.hahaha.de/witze/stichworte/tabletten/
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https://www.stupidedia.org/stupi/Zu_Risiken_und_Nebenwirkungen_lesen_S
ie_die_Packungsbeilage_und_fragen_Sie_Ihren_Arzt_oder_Apotheker