Baubericht – Sanierung Pfarrhaus – Teil 2

Nachdem wir im alten Jahr noch die ehemalige Kanzlei leergeräumt hatten, ging es nun im neuen Jahr an dieser Stelle mit aller Energie weiter (Bild 37). Als erster Raum sollte die Kanzlei fertiggestellt und neu eingerichtet werden. Als wir den Putz von den Wänden schlugen, entdeckten wir eine weitere Tür (Bild 38). Sie zeugt davon, dass sich hier früher einmal Wirtschafträume befunden haben. Nicht für lange wird diese große Tür sichtbar sein. Jedoch vermittelt sie im Raum der ehemaligen Kanzlei mit Blick auf die angrenzende Küche und den ehemaligen Heizungsraum eine ganz neue Perspektive. Damit im Hausflur ein einheitliches Niveau entsteht, musste dieser Raum tief ausgeschachtet werden, um hier eine Fußbodenheizung einbauen zu können. Mittels eines Förderbandes wurden der alte Fußboden und das alte Packlager nach außen befördert. So gingen die Arbeiten zügig voran.
In meinem ehemaligen Arbeitszimmer gingen die Trockenbauer ans Werk (Bild 39). Hier entstehen drei Toiletten und ein Durchgang zum Anbau, in dem sich der Bandraum befindet.
Nachdem die Abflussleitungen vom Sanitärtrakt im hinteren Teil des Flures verlegt waren, konnte der Unterbeton eingebracht werden (Bild 40). Dann wurde die neue Treppe zu den zukünftigen Toiletten gesetzt (Bild 41). Darauffolgend konnten alle Sanitärleitungen auf dem neuen Unterbeton verlegt werden (Bild 42). Sie werden einmal ganz im Boden verschwinden. Die Heizungsbauer schlossen Anfang Februar den neuen Heizungsofen an (Bild 43). In der Größe eines Kühlschrankes wird er einmal das ganze Pfarrhaus beheizen und für warmes Wasser sorgen. Nun konnten schon einige Heizkörper den Betrieb aufnehmen. In den Räumen, in denen Baumaßnahmen stattfinden, wurden provisorische Heizkörper angeschlossen, die nun dort für Wärme sorgen. Auch die neue Kanzlei bekam „Spezialheizhörper“. An den Außenwänden wurden Heizungsschlangen verlegt (Bild 44). So werden zukünftig nicht nur die Wände Wärme ausstrahlen, sondern auf diese Weise soll auch das Mauerwerk austrocknen.
Nachdem die Arbeiten im Erdgeschoss erledigt waren, ging es in der zukünftigen Pfarrwohnung weiter. In den Arbeitseinsätzen entkernten wir die ehemalige Küche und den Abstellraum, um für die Zimmerleute Baufreiheit zu schaffen (Bild 45, Bild 46). Hier sah das Balkenwerk nicht gut aus. Durch die darüber befindliche Dachkehle war in der Vergangenheit Wasser ins Balkenwerk geflossen und hatte Schaden angerichtet. Damit hatten wir nicht gerechnet. Es gibt Dinge, die kann man nicht planen. Aber der Entschluss stand fest: Wenn wir schon einmal einen Eingriff in das alte Pfarrhaus vornehmen, dann sollen die Schäden, die wir finden, auch behoben werden.
Im Februar liefen die Sanierungsmaßnahmen zügig weiter. Die Zimmerleute zogen im Bereich des ehemaligen Abstellraumes neue Balken ein (Bild 47) und im Rahmen der Arbeitseisätze legten wir im Küchenbereich die Außenmauern frei (Bild 48). Bislang wurde bei jedem Umbau stets die vorherige Bausubstanz überbaut. Nun musste jede Bauschicht bis auf den Baugrund – sprich Balkenwerk – freigelegt werden, um dort sanieren zu können und um hier eine neue Dämmung einzubringen.
Während im hinteren Teil der ersten Etage noch Abbrucharbeiten stattfanden, ging der Wiederaufbau im Erdgeschoß zügig voran. Endlich begannen die Baupläne in der Realität sichtbare Formen anzunehmen. Die wöchentlichen Bauberatungen unter der Leitung von Herrn Rucks koordinierten sehr konstruktiv das Baugeschehen. Dies war auch nötig, denn zeitweise waren im Pfarrhaus 4-5 Gewerke gleichzeitig tätig. Ab und an kam es vor, das die eine Firma ihr Baumaterial an einer Stelle postierte, das der anderen Firma im Wege war. Aber dies kam nur selten vor. Die Elektriker zogen ihre Strippen (Bild 50) und die Crottendorfer Tischler bauten in der Kanzlei die neuen Fenster ein (Bild 49). Die zukünftigen Räume im vorderen Bereich der Dienstwohnung nehmen langsam Gestalt an. Die Heizkörper in den Wohnräumen wurden installiert (Bild 51) und die Maler sorgten für den Grundanstrich (Bild 52).
Es war nicht zu übersehen, dass im März in den Räumen des Crottendorfer Pfarrhauses vieles an Gestalt gewann. Die Witterung ließ noch nicht zu, dass die Baufirmen Außenaufträge realisieren konnten. So waren wir froh, dass viele Firmen ihre Mitarbeiter in das Crottendorfer Pfarrhaus schickten und wir dadurch gut vorankamen.
In der Kanzlei wurden die Wände geputzt und die Fußbodenheizung eingebracht. Nachdem der Heizestrich aufgetragen war, konnte die Decke im Trockenbau fertiggestellt und die Wände grundiert werden (Bild 53, Bild 54). Im Nachbarraum (ehemals Küche und Heizraum) musste die Elektrik unter dem Trockenbau verschwinden. Man staunt, wie die Elektriker schlussendlich aus dem Gewirr der Kabel die jeweils richtige Leitung herausfinden (Bild 55, Bild 56). Nachdem noch im alten Jahr die Wand für den Durchgang zu den Toiletten im hinteren Teil des Erdgeschosses aufgesägt und dadurch die ehemalige Treppe zur Wohnetage mit einem Provisorium versehen werden musste, wurde die Behelfstreppe nun ganz ausgebaut und durch eine Gerüsttreppe ersetzt (Bild 57, Bild 58). So konnten die Vorarbeiten für den Treppenbauer erledigt werden. Zukünftig wird auch die Treppe zum Dachboden verlegt. Auf dem Bild 59 sieht man links den alten Bodenaufgang und rechts die Vorbereitungsarbeiten für den zukünftigen Treppenraum. Dadurch verkleinert sich das ehemalige Schlafzimmer (Bild 60).
Es war ein sonnenüberfluteter Tag, an dem ich den Westgiebel des Pfarrhauses fotografiert habe (Bild 61). Hier sieht man sehr schön das neue und ausgemauerte Fachwerk. Da die ganze Zeit Schutzplanen davor hingen, konnte man von außen den Fortgang der Baumaßnahmen nicht beobachten. In unseren Arbeitseinsätzen dielten wir den Dachboden (Bild 62) und trugen das Mauerwerk zwischen den ehemaligen Toiletten und dem Aufgang zum Amtszimmer und zum Übungsraum der Band ab (Bild 63). Diese Treppe sowie die Außentür verschwinden ganz. Anstelle dessen wird hier eine Treppe zum zukünftigen Gemeinderaum hinabführen (Bild 64, Bild 65, Bild 66).
Einer der Handwerker sagte zu mir: „Uns spielt das Wetter in die Karten“. In der Osterzeit kehrte der Winter zurück, so konnten die Bauarbeiten im Pfarrhaus konzentriert weiterlaufen. Im hinteren Teil des Erdgeschosses wurde die Fußbodenheizung verlegt und kurz vor Ostern der Heizestrich gegossen (Bild 67, Bild 68). Im April begannen auch die Arbeiten im zukünftigen Gemeinderaum. Die Decke, die vor 25 Jahren die Aktion 55 eingebaut hatte, wurde abgenommen. Die Spezial-Bohr- und Sägefirma aus Annaberg sägte 4 Löcher in das Steinmauerwerk und die Firma Teucher stellte daraus die Öffnungen für die Fenster her (Bild 69, Bild 70, Bild 71). So kann man schon erahnen, dass dies einmal ein schöner Raum werden wird.
Wir dürfen sehr dankbar sein, dass die Baumaßnahmen bisher zügig vorangekommen sind. Hoffen wir, dass sich bald ein neuer Pfarrer findet, der sich mit seiner Familie in der neuen Wohnung einmal wohlfühlt und segensreich seinen Dienst tun kann.

Friedrich Preißler

–> Alle Bilder dazu als Übersicht gibt es hier.