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Hoch drob'n auf der Höh - Helles Glockengeläut erklingt auf dem Erzgebirgskamm

In den vorausgegangenen Ausgaben vom „Grenzgänger“ wurde schon über den Werdegang der Arbeiten an der Kirche von Köstelwald/Kotlina, von der Ruine bis zur renovierten Kirche berichtet. Nun endlich der Abschluss der Arbeiten mit dem Anläuten der Glocke.

Es mag wohl eine glückliche Fügung gewesen sein, dass 70. Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges das Anläuten der Glocke in der Kirche von Köstelwald/Kotlina gefeiert wurde. Am 10. Mai 2015, fand dieses Fest in Köstelwald/Kotlina statt. Vorausgegangen war bereits die feierliche Eröffnung der Kirche im Oktober 2014.

In bewährter Weise wurde das Fest von deutscher und tschechischer Seite vorbereitet. Die Stadt Kupferberg/ Měděnec stellte Bänke und Tische bereit. Der Erzgebirgszweigverein Crottendorf organisierte die gastronomische Versorgung der Feier. Besonders hervorheben ist tatkräftige Unterstützung der tschechischen Familie Říhová, die Kinder von Marianne Říhová der letzten Einwohnerin von Köstelwald/Kotlina.

Trotz des kalten Windes, aber bei Sonnenschein kamen ca. 150 deutsche und tschechische Besucher zum Fest. Schnell füllte sich der Platz vor der Kirche. Unter den Gästen auch Herr Edmund Wohlrab, Ortsbetreuer von Kupferberg. Mit dem Einmarsch der Heimatfreunde AG Bergbau von Crottendorf und der Bergbrüderschaft von Měděnec, begann die Feier.

Pünktlich um 15.00 Uhr eröffnete die Bürgermeisterin von  Kupferberg/Měděnec Frau Valérie Marková das Fest. Sie begrüßte alle Gäste auf das Herzlichste und dankte allen tschechischen und deutschen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und die geleistete Arbeit. Den Besuchern des Festes wünschte sie Frieden, Glück, alles Gute und einen schönes Nachmittag. Frau Marková lud alle Gäste ein, wieder einmal nach Köstelwald/Kotlina zu kommen. Pfarrer Šimon Polívka begrüßte die Gäste und auch er dankte allen Mitwirkenden für das Geschaffene und wünschte ein gesegnetes Fest. Pfarrer Preißler aus Crottendorf und Pfarrer Šimon Polívka aus Vejprty/Weipert zelebrierten gemeinsam die Ökumenische Andacht. Pfarrer Preißler erinnerte an die wechselvolle Geschichte dieser Kirche. „Diese Kirche ist ein Werk der Versöhnung, der Versöhnung zwischen Deutschen und Tschechen“ sagte er. „Die Versöhnung mit Gott schafft der menschlichen Versöhnung Tiefe, Halt und Verantwortung“. Dafür steht nun auch diese Kirche in Köstelwald/Kotlina. In einer Ansprache würdigte auch Günther Wolf aus Crottendorf, die vielfältigen Bemühungen zur Restaurierung der Kirche. Insbesondere dankte er der Bürgermeisterin von  Kupferberg/Měděnec Frau Valérie Marková für die Unterstützung. Aber auch die große Zahl der Sponsoren sollte nicht unerwähnt bleiben und sprach Ihnen seinen besonderen Dank aus. Besonders hervorheben möchte er aber Andreas Böttcher. Ohne seine organisatorische Fähigkeiten wäre es nicht möglich gewesen, aus einer Ruine eine Kirche zu errichten. Mögen unsere beiden Völker weiter in Frieden leben. Pfarrer Preißler erinnerte an die alte Glocke von Köstelwald, die im zweiten Weltkrieg wie viele andere Glocken eingeschmolzen wurde. Am 17. Oktober 2014, wurde in der Glockengießerei der Benediktinerabtei Maria Laach die Glocke gegossen. Eingebaut wurde die Glocke am 28. April bei heftigen Schneefall. Herr Pfarrer Preißler bedankte sich bei den ausführenden deutschen Firmen für die Unterstützung. Auch Frau Marková sprach ihren Dank aus, besonders erwähnte sie Petra Rihová, Jaromír Zmrhal, Ivana Dorazilová, Lubomír Danyo, den Gemeinderat von Měděnec und auch die Unterstützung durch die Aussiger Region / Ústecký kraj . Dank auch an Herrn František Cvrček, der sein Grundstück für die Feier zur Verfügung stellte.

Nun aber das feierliche Anläuten der Glocke. Pfarrer Polívka, Frau Marková, Frau Rihová und Herr Wolf versetzten gemeinsam die Glocke in Schwingung. So war in Köstelwald/Kotlina wieder der Klang einer Glocke zu hören. Beifall brandete auf und ergriffen hörte man das Glockengeläut. Pfarrer Preißler sprach dazu das Vaterunsergebet. Von Hoffnungen und guten Wünschen begleitet, lädt die Glocke zu fröhlichem Mitfreuen und Feiern ein.

Bei den älteren Besuchern gingen wohl die Gedanken zurück, als Köstelwald noch eine Ortschaft war mit vielen Einwohnern. Jene die so schreckliches Leid erfahren mussten, den Verlust der Heimat. Köstelwald, ein Ort unsrer erzgebirgischen Heimat nur wenige Kilometer Luftlinie von Crottendorf entfernt. Wie die anderen Orte um Preßnitz, die der Zerstörung anheim fielen. So mag die Botschaft dieser Glocke Mahnung sein, aber auch Freude , Hoffnung und Zuversicht.

Der Posaunenchor Crottendorf beendete mit einem geistlichen Lied die Feier. Herr Günther Wolf, lud im Anschluss alle Besucher des Festes zu einem geselligen Beisammensein bei böhmischer Blasmusik ein.

 

Gunter Heyer

 










 




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