Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen
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Das Instrument im Kirchturm

Noch müssen wir uns etwas gedulden. Im Kirchenvorstand haben wir beschlossen, das neue Geläut in der Osternacht in Betrieb zu nehmen. Wir halten diesen Termin für sachgemäß, denn die Botschaft von der Auferstehung Jesu ist die zentrale Botschaft des Christentums. Jesus Christus hat am Kreuz gesiegt. Der Tod ist besiegt. Gott hat in seiner Auferstehung alles bestätig, was Jesus gelebt, gesagt und vollbracht hat. Dafür sollen die Glocken in der Osternacht Zeichen sein.

Wir alle brauchen Zeichen, um uns orientieren zu können. Dabei denke ich nicht nur an optische Zeichen, sondern in diesem Fall auch an akustische Zeichen. In dem Film „die große Stille“ von Philip Gröning sagt einer der Kartäuser-Mönche: „Schafft man die Zeichen ab, reist man die Mauern des eigenen Hauses ein. Wenn wir die Zeichen zerstören, verlieren wir die Orientierung. Stattdessen sollte man nach ihrem Sinn suchen. Man sollte aber das Wesentliche in den Zeichen suchen. Nicht die Zeichen stehen in Frage, sondern wir!“

Das Wesentliche im akustischen Zeichen der Glocken ist nicht die Markierung der Zeit, sondern die Einladung zum Gebet und zum Gottesdienst. So wie der Kirchturm uns Menschen „nach oben“ zu Gott hin weißt, so wird das Instrument im Kirchturm zur hörbaren Einladung und Erinnerung.

Dass die Läuteanlage im wahrsten Sinne des Wortes ein Musikinstrument ist, habe ich erst jetzt begriffen. Als ich mit meiner Kamera das Baugeschehen etwas begleitete, staunte ich immer wieder, wie viel Sachkenntnis und Spezialwissen die Zimmerleute, die Klempner, die Elektriker und die Glockenbauer mitbringen müssen. Am Mittwoch, den 21. März 2007 hat Herr Kupsch von der Firma Glockentechnik & Turmuhren Schmidt aus Berlin unsere Läuteanlage fertig gestellt.  Ein paar Minuten haben wir unser neues Geläut schon einmal „zur Probe“ gehört. Obwohl es die alten Glocken sind, klingt das neue Instrument bedingt durch die neue Glockenstube, den neuen Glockenstuhl aus Eiche und den neuen Klöppeln anders. „Ich bin begeistert“ sagte unser Kirchvorsteher Egon Demmler, als er das neue Geläut zum ersten Mal hörte. Nun sind wir alle gespannt auf die Osternacht. Um 6.00 Uhr beginnt die Ostermette. Zum Abschluss der Osternachtsfeiern wollen wir zum ersten Mal wieder das Geläut auf dem Kirchturm der Heiligen Dreifaltigkeitskirche einschalten.

Friedrich Preißler










 




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